Ach- und Blautal

Längst ist Blaubeuren zur „Hauptstadt der Archäologie“ aufgestiegen, denn die umliegenden Höhlen im Ach- und Blautal gehören zu den bedeutendsten Fundstellen urgeschichtlicher Relikte in Europa. Drei Höhlen im Achtal sind Teil des UNESCO-Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“. Sowohl der Neandertaler als auch der moderne Mensch haben hier gelebt. Waffen, Schmuck und Werkzeuge aus weit zurück liegenden Epochen der Menschheitsgeschichte wurden entdeckt. In den Höhlen wird weiter geforscht und ständig wird Neues entdeckt.

Große Grotte
Unterhalb der Burgruine Rusenschloss liegt die Höhle Große Grotte. Ausschließlich Neandertaler suchten den Höhlenraum auf und hinterließen zahllose Steinwerkzeuge und eine seltene Speerspitze aus Knochen. Die Große Grotte darf zum Schutz seltener Vogelarten von Anfang März bis Ende Juli und während der ersten Tageshälfte im Oktober nicht betreten werden.

Geißenklösterle
Ein steiler Zickzackpfad führt hinauf in das kesselartige Felsmassiv, in dem sich die Höhle befindet. Die dortigen Funde sind teilweise im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren ausgestellt. Zu den bedeutendsten Funden gehören die ältesten Musikinstrumente der Menschheit.

Brillenhöhle
Zwei Deckendurchbrüche in der Höhlenhalle gaben der Kuppenhöhle den Namen Brillenhöhle. Sie wurde in der Altsteinzeit als Jagdlager genutzt, was sich anhand der vielen Funde, wie Schmuckanhänger aus Elfenbein, Stein- und Knochenwerkzeuge ergibt. Die Höhle liegt im Bereich des Felslabyrinths der Weiler Halde. Der Höhleninnenraum ist durch ein Gitter geschützt. Führungen für Gruppen auf Anfrage.

Sirgensteinhöhle
Am Fuß des Sirgensteinfelsen liegt eine Höhle mit einem breiten überhängenden Eingang. Im Inneren führt ein Gang in eine Kuppelhalle mit zwei kleinen Deckenöffnungen. Durch ihre eigenwillige Formengestalt vermittelt sie dem Besucher ein besonderes Höhlengefühl. Die Höhle wurde vom Neandertaler und später auch vom modernen Menschen genutzt.

Hohle Fels
Der Hohle Fels im Achtal nahe Schelklingen ist mit 500 m² Grundfläche eine der größten Hallenhöhlen der Schwäbischen Alb. Im Eingangsbereich der Höhle sind archäologische Ausgrabungen zu beobachten. Der wohl bedeutendste Fund ist die  „Venus vom Hohle Fels“ – die älteste Figur einer Frau sowie die älteste figürliche Darstellung eines Menschen. Einige der Fundstücke sind im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren ausgestellt.

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